TAO | Marlis Peschke

MEIN WEG

Meine künstlerische Arbeit beginnt nicht auf der Leinwand.
Sie beginnt mit dem Beobachten.
Mit dem genauen Hinsehen.
Mit der Frage, was Menschen trägt, verändert und wachsen lässt.

Schon lange bevor ich Künstlerin wurde, interessierten mich Zusammenhänge. Während meiner zwanzigjährigen Tätigkeit in der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft beschäftigte ich mich mit komplexen administrativen Fragestellungen und Berufungsverfahren wissenschaftlicher Führungskräfte.

Dabei begegnete mir immer wieder eine besondere Herausforderung: Informationen waren vorhanden, doch der Zusammenhang und die Orientierung fehlten. Deshalb entwickelte ich Strukturen und Hilfsmittel, die komplexe Inhalte verständlicher machten, wiederkehrende Fragen bündelten und nachhaltige Arbeitserleichterungen ermöglichten.

Rückblickend erkenne ich darin eine Arbeitsweise wieder, die mich bis heute begleitet: Komplexität zu durchdringen, Wesentliches sichtbar zu machen und Zusammenhänge verständlich werden zu lassen. Die Nähe zu unterschiedlichen Forschungsdisziplinen prägte meinen Blick für wissenschaftliches Denken und die Frage, wie Erkenntnis entsteht.

Während ich beruflich Orientierung für andere schuf, begann gleichzeitig ein eigener Entwicklungsweg. Durch intensive persönliche Prozesse, Psychotherapie und die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Wahrnehmung entstand ein tieferes Verständnis dafür, wie sehr Beziehung, Erfahrungen und innere Muster unser Erleben prägen.

Heute fließt diese Verbindung aus analytischer Klarheit, persönlicher Erfahrung und künstlerischer Intuition in meine Arbeit ein.

Nicht, um Antworten zu geben.
Sondern um Räume zu schaffen, in denen Menschen sich selbst wieder begegnen können.

Meine Werkserien entwickeln sich aus intensiver Beobachtung, eigener Erfahrung und der Auseinandersetzung mit psychologischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Mich interessiert nicht das Außergewöhnliche. Mich interessiert das, was im Alltag oft übersehen wird – obwohl es unser Leben prägt.

Wie entsteht Vertrauen?
Was gibt Halt in Zeiten des Wandels?
Welche Erfahrungen begleiten uns oft ein Leben lang?
Und was lässt Menschen trotz schwieriger Lebensumstände wachsen?

Meine Bilder entstehen deshalb nicht als Illustrationen eines Themas.
Sie verdichten Erfahrungen.

Sie machen sichtbar, was sich häufig nur schwer in Worte fassen lässt – und laden dazu ein, die eigene Wahrnehmung, Erinnerung und innere Beziehung zu sich selbst neu zu entdecken.

Dabei verbinde ich künstlerische Intuition mit sorgfältiger Recherche und einer Offenheit für Erkenntnisse aus Psychologie, Gesundheitswissenschaften, Entwicklungsforschung und weiteren wissenschaftlichen Disziplinen. Nicht, um Wissenschaft abzubilden, sondern um ihr einen emotional erfahrbaren Resonanzraum zu geben.

So entstehen Werkserien, die sich unterschiedlichen Lebensphasen und Entwicklungsthemen widmen – von frühen Beziehungserfahrungen über Gesundheit und innere Wandlungsprozesse bis hin zu Fragen gesellschaftlicher Verantwortung.

Meine eigene Lebensgeschichte hat meinen Blick auf den Menschen vertieft. Erfahrungen von Veränderung, persönlicher Entwicklung und bewusster Selbstreflexion haben mich gelehrt, wie eng Wahrnehmung, Beziehung und Gesundheit miteinander verbunden sind.

Diese Erfahrungen sind kein Thema meiner Kunst.
Sie bilden den Boden, auf dem sie wächst.

Heute verstehe ich meine Arbeit als Einladung, genauer wahrzunehmen.
Nicht nur das Offensichtliche.
Sondern auch das, was darunter liegt.

Denn nachhaltige Veränderung beginnt dort, wo Menschen sich selbst, anderen und ihrer Umwelt wieder mit Aufmerksamkeit begegnen.

Wenn meine Arbeiten dazu beitragen, Wahrnehmung zu vertiefen, Gespräche anzuregen und neue Perspektiven auf Gesundheit, Entwicklung und Beziehung zu eröffnen, haben sie ihren Sinn erfüllt.

TAO_MP-Zitat über meine Kunst

 

 

 

Netzwerke & Zugehörigkeiten:

Künstlerische Arbeit entsteht nie im luftleeren Raum.
Diese Netzwerke begleiten und inspirieren meine Arbeit.